.:: Arbeits- und Forschungsstelle für Zoo- und Naturpädagogik
Universität
Koblenz-Landau

Die Arbeits- und Forschungsstelle für Zoo- und Naturpädagogik des Instituts für Bildung im Kindes- und Jugendalter der Abteilung Landau realisiert seit dem Jahr 2002 gemeinsam mit dem Zoologischen Garten Landau ein bundesweit einzigartiges Kooperationsprojekt. Ziel ist es, die Voraussetzungen für schulische Umwelterziehung in der nordostafrikanischen Republik Dschibuti zu schaffen, diese in Gang zu bringen und dauerhaft zu unterstützen.

In den letzten Monaten konnten weitere wichtige Projektschritte realisiert werden. Nadine Ziellenbach, eine Studentin der Grundschulpädagogik, entwickelte im Herbst 2006 im Rahmen ihrer Examensarbeit ein Vogelbuch für dschibutische Kinder in französischer Sprache. Das Buch "Les oiseaux de notre pays" umfasst knapp 50 Seiten und ist als Mitmachbuch angelegt. Es vermittelt dschibutischen Kindern nicht nur Wissen über Vögel ihrer Heimat, sondern sie erfahren auch, was sie selbst für den Schutz der Tiere unternehmen können. Ein Flamingo namens "Flaro" ("flamant rose") führt die Kinder als Leitfigur von Seite zu Seite. Das Buch entstand in enger Zusammenarbeit mit dschibutischen Naturschützern und Lehrkräften; Texte, Bilder und Layout hat die Studentin selbst gestaltet. Die Anregung zur Konzeption des Buches erhielt Ziellenbach von der Leiterin der Arbeits- und Forschungsstelle für Zoo- und Naturpädagogik, Dr. Gudrun Hollstein. Sie ist Betreuerin der Examensarbeit und verantwortlich für den pädagogischen Bereich im Projekt "Umweltbildung für Dschibuti".

Titelseite des
Vogelschutzbuches
Erprobung der
Lernmaterialien
in einer
dschibutischen
Schule

Im April 2007 hatte Ziellenbach die Möglichkeit, das Konzept ihres Vogelbuches mit dschibuti- schen Kindern zu erproben. Gemeinsam mit dem Direktor des Landauer Zoos, Dr. Jens-Ove Heckel, reiste die Studentin nach Dschibuti, um das Projekt weiter voranzubringen. Einen großen Teil ihres Aufenthaltes, der durch Projektgelder der Arbeits- und Forschungsstelle für Zoo- und Naturpädagogik finanziert wurde, nutzte sie dazu, an dschibutischen Grundschulen mit dem selbst gestalteten Buch zu unterrichten. Die eigenen Erfahrungen vor Ort sowie zahlreiche Gespräche mit dschibutischen Lehrkräften in städtischen und ländlich gelegenen Schulen zeigten, dass Inhalt und Gestaltung des Buches den Interessen und dem Leistungsstand älterer Grund- schulkinder entsprechen.

Seit Projektbeginn arbeiten die Projektleiter Hollstein und Heckel eng mit der einheimischen Naturschutzorganisation "Dschibouti Nature" zusammen. Während ihres jüngsten Aufenthaltes in Dschibuti hatten Heckel und Ziellenbach Gelegenheit zu Gesprächen auch mit Vertretern der dschibutischen Ministerien für Umwelt und Erziehung. Dabei wurde deutlich, dass Hilfe und Unterstützung im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit Deutschland gewünscht werden. Die Unterzeichnung von Projektvereinbarungen über weitergehende Schritte, wie die Erstellung weiterer Unterrichtsmaterialien sowie ein Begleitbuch für dschibutische Lehrer, sind in Vorbereitung.

Ein wichtiger Förderer des Projekts sind der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der über seine Bundesarbeitsgruppe Afrika das Vorhaben unterstützt sowie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Aufgrund des Modellcharakters es Projekts in Bezug auf den Wissenschaftstransfer auf den Gebieten Umweltbildung und Artenschutz in Entwicklungsländern ist es auch vom Welt-Zoo- und Aquarien-Verband (WAZA) als offizielles Projekt anerkannt worden.

Derzeit erfährt das Projekt durch eine Kooperation mit dem Züricher Zoo eine Erweiterung. Dieser unterstützt auf Madagaskar den Nationalpark Masoala sowie eng darauf bezogen Projekte zur Umweltbildung und nachhaltigen Entwicklung. Der Züricher Zoo beabsichtigt nun nach dem Vorbild des Buches "Les oiseaux de notre pays" von Ziellenbach die Produktion eines Vogel- buches für madagassische Kinder. Die inhaltliche und formale Gestaltung dieses Buches wird innerhalb der Arbeits- und Forschungsstelle für Zoo- und Naturpädagogik der Universität Landau unter Einbeziehung von Studierenden realisiert.